Hat Freiheit immer einen Namen?
“Anonymität im Internet entwertet das freie Wort”, titelte neulich die WELT, und weiter:
Eine Meinung wird wertlos, wenn nicht nachprüfbar ist, wer sie geäußert hat. Freiheit hat immer einen Namen.
Anlässlich des Spickmich-Urteils bezieht der Autor Ulrich Clauss dies auch auf andere Bewertungsportale:
Man weiß nicht, wer da redet und warum, ob er meint, was er sagt, und sagt, was er will. In aller Regel entstehen die Meinungsbilder in diesen sich von Umfang und Anzahl her explosionsartig verbreitenden Netzforen auf nicht nachvollziehbare Art und Weise.
Ich denke man muss hier unterscheiden zwischen anonym und pseudonym. Unbekannte Realnames helfen in der Masse erstmal auch nicht weiter. Entscheidend ist es, ein Netzwerk des Vertrauens zu bilden, und die Aktivität und somit bis zu einem gewissen Grad auch Vertrauenswürdigkeit des Autors zu visualisieren. Ein einfaches Beispiel: Solange ein Name nicht überprüft wurde, kann es sich dabei auch dann um ein Pseudonym handeln, wenn es wie ein echter Name klingt. Selbst wenn es das nicht ist, hilft mir ein Name über den ich nichts weiß meist auch nicht weiter. Wenn nun sagen wir mal beispielsweise ein Thomas Müller als Autor eines Artikels genannt würde, ist das allem in allem ersteinmal keine hilfreiche Information. In dem Artikel der Welt ist natürlich der echte Name des Autoren, Ulrich Clauss, angegeben. Aber er ist nicht zu irgendeiner weiterführenden Information verlinkt. Dabei führt mich das erste Ergebnis einer Google-Suche direkt zu einer Seite mit Informationen zum Autoren, die auch wieder bei der WELT selbst liegt. Nur wurde sie nicht verlinkt. Durch solch einfache Mittel können nun aber Online-Auftritte von Zeitungen, Magazinen, Communities, Social Networks, etc. dazu beitragen, dem Leser die Möglichkeit zu geben, die dort veröffentlichten Inhalte einzuordnen, indem sie versuchen, Hinweise auf die Vertrauenswürdigkeit des Autoren darzustellen (Registrierungsdatum, Anzahl der Beiträge, Kontakte, usw.), und durch Community-Mechanismen eine soziale Kontrolle zu ermöglichen. Dadurch ergibt sich dann erst Vertrauen, bzw. die Möglichkeit einen Inhalt auf seine Vertrauenswürdigkeit hin einzuschätzen. Mit dem Namen an sich hat das meines Erachtens nach nichts zu tun.
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Tags: anonymität, bewertungsplattformen
Geschrieben von Moe am 1.07.2009. Kategorie: Qype

