Qype im Museum of Modern Beta
24.02.2006 von Matthias MüllerWenn das kein Beweis für unsere Existenz ist: Wir wurden just in diesem Moment im Museum of Modern Beta aufgenommen!
Wenn das kein Beweis für unsere Existenz ist: Wir wurden just in diesem Moment im Museum of Modern Beta aufgenommen!
…haben scheinbar auch die eigentlich weniger für offene Kommunikation bekannten Verantwortlichen bei Microsoft erkannt und veranstalten folgerichtig Ende März die “Mix 06” in Las Vegas, eine Art Schaulaufen der Web-Businesses von Microsofts Gnaden. Wäre nicht irgendwann auch unser Launch, dann würde einer von uns hinfahren. Gerade die Vorträge von Bill Gates und Co. könnten äußerst spannend werden, denn möglicherweise sind Vista, XBOX und Windows Live relevante Bausteine, um die Vorzüge von Web 2.0 dem Massenmarkt näher zu bringen. Unter den weiteren Referenten der Mix 06 ist auch Aber Whitcomb, CTO und Co-Gründer von MySpace und der wird der Welt erklären, wie man in drei Jahren 50 Mio. User gewinnt…
Im Sommer 2005 bin ich noch mit einigen alten Weggefährten zusammen gesessen und habe darüber gerätselt, was wohl an diesem neuen Web 2.0 Hype dran sein mag. Mittlerweile ist Web 2.0 schon fast allgegenwärtig, sogar im Spiegel kann man darüber lesen und auch ich habe als Branche mittlerweile “Web 2.0″ in OpenBC eingetragen.
Was ist denn eigentlich Web 2.0 ?
Für die einen ist Web 2.0 eher Technik:
Ajax und Interaction Design. zum Beispiel. Auch der aktuelle Artikel in der CT vom 20.2.06 geht ein bischen in die Richtung. Aber macht es das schon aus? Auch Web Services, Software die nur noch im Netz funktioniert werden oft zitiert– auch das ist ja nicht neu: „Das Netz ist der Computer“ hat doch Sun schon so um 1998 proklamiert. Mashing: Websites, die intensiv miteinander verlinkt sind, so wie der Google-Mash, den der Stefan Kellner von places.com auf die Beine gestellt hat. Oder tagging, nach flickr.com auch schon in Deutschland bei jetzt.de gesichtet…
Für die anderen sind es vor allem die Communities, die Web 2.0 ausmachen.
Auch wenn die Blogosphere in Deutschland nie so abgehoben hat wie in den USA oder in Europa vor allem in Frankreich: Social Networks wie OpenBC von Lars Hinrichs zeigen, dass da richtig was im Busch ist, auch außerhalb der Kiddy- und Musik-Welt von myspace.com. Natürlich gab es „User Generated Content“ schon lange, aber jetzt bekommt das alles eine neue Dimension.
Für mich als einen jemanden, der nun fast das 10-Jährige Internet-Jubiläum feiert, kommt ein Aspekt dazu: Gottseidank hat jetzt fast jeder einen schnellen Internet-Zugang und einen Webbrowser, der die notwendige Technik (Ajax usw.) auch unterstützt. Als es 1998 gerade mal sechs oder sieben Millionen Internet-Nutzer in Deutschland gab, von denen nur ein Teil E-Commerce-Erfahrung hatte, da brauchte es noch echten Optimismus, um neue Geschäftsmodelle anzudenken. Ich beschäftigte mich damals mit Online Reisen und gründete innerhalb von Gruner und Jahr travelchannel.de – ein Wunder, dass der Business Plan damals durchging.
Für mich gibt es also drei Gründe, warum das Netz jetzt wieder Spaß macht:
Web 2.0 = Cheap Technology + Social Web + Ubiquity
Erstens sind viele Techniken gereift, die die Erstellung von faszinierenden Websites schnell und günstig machen. Die Kultur des Teilens hat da viel beigetragen.
Zweitens werden wir demnächst viele praktische Beispiele sehen, wie viel Spaß „social networking“ machen kann.
Drittens kann dank DSL Flatrate und Firefox fast jeder Anwender diese neuen Systeme auch tatsächlich nutzen.
Wie man den allgemeinen Trend zu Social Networking-Sites im Internet gekonnt karikiert, zeigt der folgende Videobeitrag aus der US-Comedysendung “The Daily Show” vom 15.Februar 06. Im Rahmen der Rubrik “Trendspotting” macht sich Daily Show-Reporter Demetri Martin vor allem über die bei US-Jugendlichen sehr beliebte Site “MySpace” lustig. Einfach köstlich :-)!
(thx to Seb)
Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, einen kurzen Namen zu finden, möglichst einsilbig, bei dem die einschlägigen Endungen (.com, .de usw) ohne sechstellige Summen zu haben sind.
Und irgendwie haben wir dann mal „Quality“ und „Hype“ zusammengeworfen, neudeutsch gemashed – Qype eben. „Qype – is it quality or is it hype“. Später kam dann das wunderbare Akronym hinzu: „Quote Your Personal Experience – Qype“.
Zwischendurch haben wir dann so viel Energie darauf verwendet, den Namen zu verteidigen… („Das kann in Deutschland niemand ohne U schreiben“), dass wir ihn alle zusammen lieb gewonnen haben. Und vier Buchstaben sind halt wirklich kurz…
Noch sieht man nichts. Was es gibt, ist eine Idee und ein Team, das an diese Idee glaubt, viel Enthusiasmus und einen sehr, sehr engen Zeitplan bis zum Launch.
Wir arbeiten derzeit hart daran, daß sich schon in wenigen Wochen diese fast leere Startseite in einen der spannendsten Orte der Stadt verwandelt. Bei Qype kann man sich schon in wenigen Wochen mit Leuten aus der eigenen Umgebung über die besten Restaurants, Geschäfte und Service-Angebote vor Ort austauschen. In jeder deutschen Stadt kann man bald Neues entdecken und Menschen, die ähnlich ticken, kennen lernen.
Qype wird vieles auf einmal sein: ein Magazin, ein Service, lokale gelbe Seiten, und ein Experiment für vernetztes Miteinander, je nachdem, welche Perspektive man einnimt und was einem selbst wichtig ist.
Für uns ist es eine Art interaktives Stadtmagazin von unten. Auf Qype schreiben keine Redakteure, sondern die wirklichen Experten der Stadt: Ihre Bewohner, die wissen, was wo gut ist - und was nicht. Schließlich kann niemand besser über eine Bar urteilen, als derjenige, der dort neulich die Nacht zum Tag gemacht hat. Oder glaubwürdiger einen Kindergarten empfehlen, als derjenige, der sein eigenes Kind dort hinbringt. Um diese Glaubwürdigkeit, Vielfalt und Eigenständigkeit von Meinungen und Erfahrungen geht es uns. Hierfür steht Qype.
Sie können gerne mitmachen. Erstens: Merken Sie sich die für Sie besten Adressen der Stadt. Auf Qype werden Sie bald darüber schreiben können. Und zweitens: Werde Sie einer unserer Beta-Tester. Dann gehören Sie zu den ersten, die sich ein Bild von Qype machen können.
Wir sind jetzt schon gespannt auf Ihr Feedback.
Bis bald,
Stephan Uhrenbacher