Web 2.0 - Bubble 2.0?
12.05.2006 von Stephan UhrenbacherEinige Beobachtungen zum gestrigen SinnerSchrader web 2.0 Event.
Das Publikum war eigentlich weniger Web 2.0 als vielmehr Anzug und Krawatte. Springer, Gruner + Jahr, Holtzbrinck, WAZ, Gelbe Seiten habe ich gesehen. VCs waren einige da. Presse war viel da: FTD, Spiegel, Welt, Handelsblatt um nur einige zu nennen. Einige Elite-Blogger auch, aber ohne Krawatte.
Lukasz Gadowski von spreadshirt.net hat dann gleich “bubble 2.0″ Buttons verteilt. Ich weiß nicht so recht. Für die Bubble fehlen mir die Vielzahl gründungswilliger Unternehmer oder Web 2.0 Unternehmen. Aus Deutschland habe ich außer Qype gesehen: Die deutschen Web 2.0 Klassiker: Plazes, OpenBC; dann waren da noch sevenload (sehr nette Mischung aus flickr und youtube), oneview (kommen bald mit 2.0) und mabber. Ansonsten habe ich noch nicht so viel gesehen. Bis auf OpenBC sind wir bislang noch sehr klein. QYPE ist von allen der kleinste, wir sind gerade seit zwei Wochen live. Interessant: Alle mir präsenten Web 2.0 Startups werden von Leuten gemacht, die schon mindestens 8 Jahre lang Internet machen. Alles schon mal dagewesen also. Und: Alle waren sehr entspannt.
Weniger entspannt sind auf der Veranstaltung und auch sonst in den letzten Wochen die Großen: Gruner + Jahr gründet mit 8 Jahren Verspätung einen Venture-Arm. Der Yahoo-Geschäftsführer lobte Yahoo als Web 2.0 schon von Anfang an, konnte aber auch nur die Zukäufe der letzten Monate (Flickr, Del.icio.us) als Belege zitieren. AOL Europa steht zum Verkauf, aber auf Mallorca gab es wohl einen schönen Web 2.0 Event und der Deutschland-Chef bloggt. Bei Springer philosophiert Matthias Döpfner über die Führungsrolle der Zeitung.In der aktuellen Ausgabe von Horizont wird Qype relativ groß vorgestellt, worüber wir natürlich glücklich sind. Weniger glücklich bin ich mit einem Zitat das mir zugeschrieben wird: “Die Massenmedien werden von den partizipativen Medien abgelöst.” Ich hatte nämlichen nur über einen Beitrag aus dem Economist gebloggt. Ich mag sowas nicht behaupten. Ob der Economist Recht hat, weiß ich nicht. Schließlich lag er auch beim Ölpreis daneben. (Zumindest akzeptiere ich die Führungsrolle des Economist eher als die von Bild).
Ich glaube: Wenn es eine Web 2.0 Bubble gibt oder geben wird, dann wird diese diesmal von den etablierten Playern ausgelöst. Die meisten Startups die ich so sehe, machen das vorerst mit wenig Geld und ein bischen Angel-Finanzierung. Bei den Verlagen usw. scheint man dagegen sehr bereit zu sein, Geld in die Hand zu nehmen.
Gut für SinnerSchrader.
13. May 2006 um 14:21
[...] Zum ersten Track (Track III mit Lars Hinrichs und Christian Leybold) bin ich leider zu spät gekommen und habe nur noch das Ende mitbekommen. Einen wichtigen Ratschlag von Lars will ich hier aber angesichts der Bubble 2.0 Diskussionen nicht ungenannt lassen: Es gibt zwei Regeln: “Erstens: Finde ein Geschäftsmodell was nachgefragt wird und zweitens: schaffe es damit Geld zu verdienen”. [...]
14. May 2006 um 8:29
[...] Web 2.0 - Bubble 2.0?: Das Publikum war eigentlich weniger Web 2.0 als vielmehr Anzug und Krawatte [...]
14. May 2006 um 17:52
Mal wieder für den Arsch…
Das Wochenende als solches, ich bin mir nicht sicher, wann ich mal kein Arbeitswochenende in den letzten Monaten gemacht habe. Wenn das Internet nicht gerade down ist, ist man dummerweise immer am Arbeiten. Und so wollte ich es auch dieses……
25. January 2007 um 15:55
Was unterscheidet die Web-Versionen voneinander?
Ein Wortbild mag helfen.
Web 1.0 fällt mit der Tür ins Haus,
Web 2.0 rennt offene Türen ein und
Web 3.0 fehlt Schloß und Riegel.
Hans Kolpak
Biß der Woche
4. May 2007 um 17:01
[...] Jahr ist es her, dass Lukasz Gadowski die Bubble 2.0 Buttons verteilt hat. Damals war ich in Sachen Bubble 2.0 noch skeptisch, aber alles ist eine Frage der Zeit. Jetzt ist es endgültig so. Zum letzten Mal habe ich [...]