Qype ist über Business Angels finanziert, und da mich mittlerweile viele Menschen zu dem Thema fragen, hier etwas mehr dazu.
Ich arbeite jetzt seit über 10 Jahren im Internet- Umfeld und erst in den letzten 18 Monaten habe ich ansatzweise verstanden, wie die Finanzierung eines potentiellen Wachstumsunternehmens funktioniert. Warum so spät? Während in den Wirtschaftsgazetten viel über Basel II und KfW zu lesen ist, ist es selten, dass man wirklich etwas Wahres über Business Angels und Venture Capital liest.
Fakt ist: Man bekommt einfach keinen Bankkredit wenn man nur eine Idee hat.
Wirklich nicht. Niemals. Überhaupt gar nicht.
Venture Capital Firmen sind dagegen häufig erst interessiert, wenn sie einige Millionen in ein Unternehmen stecken können, um dann einige zig Millionen draus zu machen. Das ist aber für Startup Unternehmen am Anfang überhaupt nicht notwendig – wir haben 1999 gesehen, was passiert, wenn VCs mit Geld nach Leuten werfen. Originalzitat eines VCs zu Qype: „Machen Sie Ihren Plan so groß, dass wir Ihnen 5 Millionen geben können“.
Wenn man Glück hat findet man dann jemanden, der in diese Lücke springt. Ein Business Angel ist eine – meist nicht unvermögende – Privatperson, die einem Gründer oder jungen Unternehmen hilft: Mit Rat und mit Kapital. Angels investieren in gute Ideen und in Menschen. Sie müssen sich nicht innerhalb ihrer Organisation rückversichern und entscheiden schnell. Am Schluss sind die meisten Entscheidungen sowieso Bauchentscheidungen. Die guten Angels stehen dazu.
Nachteile? Klar. Der Angel ist am Unternehmen halt beteiligt. Er ist genauso mit im Risiko, wie die Gründer. Es gibt einen Vertrag, nachdem er Rechte hat, die durchaus weit gehen Drag along-Rechte zum Beispiel, d.h. der Investor kann einen Verkauf des Unternehmens ab einem bestimmten Erlös erzwingen. Aber, mein Gott: Er hat auch sein Geld drin. Bei der in Deutschland üblichen Rechtsform GmbH kann jeder Gesellschafter auch blockieren, und das ist durchaus schon vorgekommen.
Wie findet man Business Angels? Oft reicht es, einen Angel Investor zu finden: Die Angels sind untereinander so gut vernetzt, dass sie sich dann gegenseitig auch wieder dazuholen. Erste Anlaufadressen im deutschsprachigen Raum sind brains to ventures in St. Gallen und Catcap in Hamburg. Beide wählen mehr oder weniger institutionalisiert alle 6 bis 8 Wochen aus den eingehenden Business Plänen diejenigen aus, die sie ihren Angels präsentieren wollen.
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