Zyklische Märkte
4.09.2006 von Stephan UhrenbacherBei den Aktienmärkten und den Hype-Themen weiß man nie genau, wo man gerade ist:
Noch im Aufschwung, am Peak, oder schon dahinter? Auch diesmal weiß ich es nicht genau. Meist hilft eine Analyse der Medien (wenn der Trend erst in der Masse angekommen ist, dann ist er schon vorbei).
Der Web 2.0 Hype ist in den Print-Medien so langsam in der Breite angekommen, allerdings ist das irreführend, denn die Medien sind ja die meist-betroffenen und Journalisten hier besonders engagiert.
Als Kaum-Fernsehkonsumenten ist mir auch auffällig wenig Web 2.0 Berichterstattung im TV aufgefallen. Möglicherweise weil die am meisten Konkurrenz durch Youtube und Co. erfahren. Vielleicht aber auch, weil Otto-Normalkonsument auch noch nicht so recht für das Thema anfällig ist.
Ingesamt glaube ich sowieso, dass wir die echten Auswirkungen des “read/write web”, also den Menschen der auch produziert, erst in drei bis fünf Jahren sehen werden. Einfach weil doch extrem wenige produzieren. Die Entwicklung wird ähnlich laufen wie beim eCommerce: erst wird es wichtiger genommen, als es ist (eCommerce 99), dann erstmal gründlich ignoriert (eCommerce 2001) und dann sind alle ganz überrascht von der Nachhaltigkeit der Entwicklung (eCommerce 2005).
Tags: Qype, web2.0
4. September 2006 um 16:43
Nun ja, dass ist sicherlich eine Binsenweisheit, wenn die Bildzeitung zum Aktienkauf rät und von phantastischen Gewinnen schwärmt sollte man aussteigen.
Ist für Kneipe2.0 nun die Zeit gekommen auszusteigen?
Nüchtern betrachtet ist das r/w-Web eigentlich schon asbach-uralt. Die User haben doch schon immer Content produziert. Schon Ende der 90er gab es Foren, Chats und Empfehlungen. Die Publishing-Werkzeuge sind nur leichter in der Bedienung geworden und die tatsächliche Anzahl der Menschen die das Medium nutzen ist stark angestiegen.
Der Mensch, welcher nun mal ein Mitteilungs- Profilierungsbedürfnis hat, ist der Gleiche wie damals. Er kann sich jetzt nur leichter mitteilen und dadurch dass es rein zahlenmässig mehr Menschen sind kommt nun auch unterm Strich mehr an bei den ganzen Mitmach-Portalen.
Ich bleib dabei: web2NULL ist Marketing. Ihr unterliegt den gleichen Gesetzen wie (wie sagt man zum Rest eigentlich “das alte Web” ?) alle Online-Projekte der freien Internet-Marktwirtschaft.
- viel Konkurenz, die auch mal plötzlich aus dem Nichts kommen kann
- pro User/Sale/whatever werden relativ kleine Geldsummen verdient
- hohe Erwartungen
- Masse kommt durch Masse
- Enthusiasmus weicht Ernüchterung
- es braucht seine Zeit
In diesem Sinne .. ich glaube nur dass es Euch nur noch ein Weilchen länger geben wird weil Ihr lauter als die anderen zweiNULL-Mitmach”ganz neu toll und bunt”-Portale trommelt und euch gegenseitig Mut macht.
Das Ding ansich ist einfach zu banal.
4. September 2006 um 16:52
Ich lasse das stehen, auch wenn wir anderer Meinung sind. Schön wäre nur, wenn die Karlheinzens dieser Welt sich mal etwas weniger hinter anonymen gmx-accounts verstecken würden.