Einmal hinter die Kulissen geblickt - Traurige Aussichten

19.01.2007 von Ute Moritz

Lustvoll reckle ich mich im Bett und genieße die Frische und Sauberkeit der Suite, bevor ich mich in´s Badezimmer begebe, welches so glänzt, dass ich mich in den Wandfliesen spiegle.

Im Anschluss bewerte ich dieses Haus mit 5* und erzähle allen davon, wie großartig der Aufenthalt in diesem Hause ist.

Polieren wir doch das Image dieser Häuser wirklich mal auf und blicken “hinter die Kulissen”, wie es uns so herrlich (in der aktuellen Ausgabe des Spiegels) demonstriert wird.

“Das Luxushotel Dorint (Hamburg), verlangt für die Präsidentensuite über 1.200 Euro/Nacht. Was das Reinigunspersonal hingegen !!!Netto!!! pro/Stunde erhält, hat mich so unglaublich traurig gestimmt, dass ich es noch immer nicht fassen kann. Sage und schreibe nicht einmal 3 Euro beträgt der Stundenlohn…

Sollte man solche Häuser in Zukunft noch besuchen und im Anschluss daran 5* vergeben…

Ein Boykott sollte für solche “Menschenverachter” aufgerufen werden und noch mehr unterbezahlte Menschen sollten den Mut haben, diese Angelegenheit in der Öffentlichkeit auszusprechen.

Das geht uns alle an!

5 Kommentare zu “Einmal hinter die Kulissen geblickt - Traurige Aussichten”

  1. yogi sagt:

    Hallo Ute

    Danke, für deinen Beitrag. Obwohl man glaubt, mit allen Wassern gewaschen zu sein, ist man doch erschüttert, wenn man liest, wie die Reinigungskräfte abgespeist werden. Schade, dass es so wenig Hotelgäste gibt, die einmal darüber nachdenken und Konsequenzen ziehen. Vielleicht sollte man für Hamburg einmal auf alternative Hotels oder ähnliches hinweisen. Ich kenne mich damit aber leider nicht aus.

  2. lokalreporter sagt:

    spüler, köche, roomboys, sämtliche gastronomieangestellte und die mehrheit der dienstleister sind geringhonorierte sklaven. frag nach bei mc kinsey! effizienz und entmenschlichung. das lernt jeder bwl-absolvent im ersten semester. effizienzboykott fänd ich gut! wie könnte das aussehen?

  3. zapod sagt:

    Die zugegebenermassen schwierige Aufgabe besteht darin, eine konsumferne Bedürfnisstruktur zu entwickeln. Nicht für Andere, nur für sich selbst.
    Die Welt kann man damit nicht ändern, aber das eigene Lebensgefühl.
    Das Paradies, in dem alles gut ist, ist der Menschheit in ihrem aktuellen Zustand nicht mehr zugänglich. Das Uhrwerk “Gesellschaft” ist zu lange schon auf “Gut” gegen “Böse”, “Arm” gegen “Reich”, “Stark” gegen “Schwach” eingestellt. Diese Räder in dem Uhrwerk auszutauschen, wird nicht ohne sehr grosse Umwälzungen gelingen. Bisher waren Kriege die grossen Umwälzungen in der Geschichte der Menschheit. Wird ein Wunder geschehen?
    Ich fürchte, nicht.
    Also: Zahlt den Preis für die Zimmer in den Hotels, gebt den Sklaven ein anständiges Trinkgeld und vor allem: Respektiert sie als Menschen, stellt euch vor, dass nur ein kleiner Fingerzeig des Schicksals eure Rollen tauschen könnte…

  4. lokalreporter sagt:

    genau so. weitsichtig abgebunden, liebe/r zapod!

  5. easyday sagt:

    Gute Kommentare, Ute und Zapod!

hinterlasse einen Kommentar