“Wenn der Chef bloggt”

6.11.2007 von Moe

titelt das Manager-Magazin, und stellt die Frage, ob und wie Chefs überhaupt bloggen sollten. Diese Frage lässt sich natürlich so pauschal nicht beantworten, und wird dann auch dementsprechend differenzierter behandelt. Sonst könnte man ja genausogut fragen, ob beispielsweise Studenten bloggen sollten, einfach nur weil sie Studenten sind.
Ersteinmal ist dann von PR-Kamikaze im Zusammenhang mit Klaus Kleinfelds (Ex-Siemens-Chef) Intranet-Blogs die Rede. Das hat meines Erachtens nach aber nicht viel mit dem, was ich unter Bloggen verstehe, zu tun. Wer zu bloggen beginnt, weil ihm wahrscheinlich ein Consultant dazu geraten hat, startet zumindest unter denkbar schlechten Vorzeichen. Wer dann den nächsten Fehler macht und davon ausgeht, dass das, was in einem riesigen Unternehmen in ein Intranet-Blog geschrieben wird dort auch bleibt, nun, dem ist in Sachen Blogging nicht mehr zu helfen.

Man sollte sich beim Bloggen schon dessen bewusst sein, dass man mit einem Blog eine Öffentlichkeit sucht, die man weder kontrollieren kann, noch will. Ich halte das für eine unabdingbare Prämisse des Bloggens. Man kann natürlich im eigenen Blog das “Hausrecht” ausüben und Kommentare moderieren oder Trackbacks löschen, aber damit kommt man nicht wirklich irgendwo hin. Zwar kann man so kleinere Störungen oder Provokationen unterbinden, aber Meinungen lassen sich so sicher nicht beeinflussen. Meinungen entstehen im Wechselspiel zwischen den verschiedenen Blogs, und spätestens da hat mans dann eh nicht mehr in der Hand. Höchste Zeit also, sich von dem Gedanken zu verabschieden, man könne Meinungen und deren Äußerung im Internet kontrollieren. Nun liegt zwar die Argumentation nahe, dass man dann doch einfach aus der Not eine Tugend machen sollte, aber so einfach geht es auch nicht. Allein die Tatsache, dass man eine Öffentlichkeit im Internet nicht kontrollieren kann, stellt in meinen Augen noch keinen hinreichenden Anlass dar, sich mit ihr aktiv auseinander zu setzen, bzw. an ihr teilzunehmen.

Soweit also mal zum “Problem”. Eine Patentlösung gibt es natürlich nicht, aber deswegen werden im Artikel des Manager-Magazins eben auch ein paar exemplarische Beispiele dargestellt - ironischerweise mit Screenshots, statt mit Hyperlinks. Bei genauerer Betrachtung sieht man dann auch, dass in vielen der genannten Blogs nicht der Chef, sondern die Mitarbeiter bloggen. Nun ja. Jedenfalls glaube ich, dass es wichtig ist, eine Öffentlichkeit die man nicht kontrollieren kann nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung wahrzunehmen, und diese aktiv zu suchen. Wenn man dann noch etwas zu erzählen hat, auch mal mit der eigenen Meinung nicht hinterm Berg hält, und das, was einem die anderen in ihren Blogs oder in den Kommentaren sagen ernst genug nimmt, um sich auch auf eine Diskussion oder eine Kritik einzulassen, ist man doch schon auf dem richtigen Weg.

[via Rivva]


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einen Kommentar zu ““Wenn der Chef bloggt””

  1. Matthias Metze sagt:

    Wer sich ein bisschen mit der Blogosphäre beschäftigt, dem ist klar, dass Bloggen ein ausgezeichneter Weg ist, um mit der Öffentlichkeit, bzw. dem Kunden zu kommunizieren. Wichtig dabei ist natürlich eine gewisse Offenheit, und die Selbstsicherheit, dass seine Produkte auch einem kritischen Blick standhalten…

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