Ein Erklärungsmodell zu Corporate Blogs?
22.11.2007 von MoeIm Weblog bwl zwei null hat Matthias Schwenk einige Folien gepostet, die sich dem Thema der Corporate Blogs widmen:
Ich fand das recht spannend anzusehen, da es relativ kurz und systematisch ist, und Corporate Blogs hierzulande so im Großen und Ganzen ja immer noch in den Kinderschuhen stecken. Wie in den Kommentaren des Original-Beitrags zu lesen ist, versucht die Präsentation zwar die Frage nach dem Wie, nicht aber die Frage nach dem Warum zu beantworten. Ich sehe darüber hinaus eigentlich eher ein anderes, eigentlich ganz einfaches Problem: Corporate Blog ist nicht gleich Corporate Blog. Zwar scheint es auf den ersten Blick recht einleuchtend, die grundsätzlichen Funktionen eines Corporate Blogs anhand der Dimensionen Nachrichten, Meinungen und Vernetzung, welche je nach Blog unterschiedlich stark ausgeprägt sein können, festzumachen. Soweit so gut.
Anschließend wird dargestellt, alle “erfolgreichen” Corporate Blogs, wobei Erfolg nicht näher definiert wird, hätten einen hohen Nachrichtenwert durch relevante, zentrale Nachrichten, kritische Meinungen und einen hohen Grad an Vernetzung. Denn periphere Themen seien für Blogleser auf Dauer weniger interessant. Und da sind wir dann an dem Punkt den ich ansprach, dass man derart pauschal Corporate Blogs nicht über einen Kamm scheren kann. Meiner persönlichen Ansicht nach sind viele gute Blogs eine Mischung aus Information, Entertainment, und Reflektion bzw. kritischer Diskussion oder auch Stellungnahme zu kontrovers diskutierten Themen. Die Frage nach der Gewichtung dieser Dimensionen lässt sich nicht absolut beantworten. Da müsste man sich dann sehr differenziert ansehen, was denn die erwünschte Funktion eines Unternehmensblogs einmal aus Sicht des Autoren bzw. des Unternehmens ist (schon diese beiden Wahrnehmungen können durchaus auseinander gehen), wie diese von externen Beobachtern bzw. Beratern eingeschätzt wird (da hört man dann wahrscheinlich nochmal eine dritte, andere Meinung), und dann kommen ja irgendwann auch nochmal die eigentlichen Rezepienten, sprich die Kunden und die Öffentlichkeit, ins Spiel.
Die Wirkung die ein Corporate Blog überhaupt haben kann, und die Inhalte die darin vorkommen, kann man ja auch nicht wirklich über einen Kamm scheren. Was haben ein Blog von beispielsweise einer multinationalen Mega-Corporation, einem Web 2.0-Unternehmen von kleiner bis mittlerer Größe, einem Gemischtwarenladen und einem selbstständigen ein-Mann-Unternehmer gemeinsam? Also jetzt mal außer der Bezeichnung “Corporate Blog?”
Tags: Blogging, corporate-blogs

22. November 2007 um 17:30
Und wenn ich mit der Frage recht habe - wieso schreib ich das dann hier überhaupt? :)
22. November 2007 um 19:26
Wer sagt denn, dass Du recht hast? ;-)
Aber im Ernst: Danke für die konstruktive Kritik am Modell. Die spannende Frage ist tatsächlich, ob sich mit den Dimensionen im Modell Corporate Blogs einfach und schnell bewerten lassen, unabhängig davon ob hier ein großer Konzern bloggt oder der Ein-Mann-Unternehmer.
Jedes Blog will, dass es gelesen wird. Beim Daimler erwartet man da vielleicht ein paar Leser mehr als bei Qype. Aber die Zielrichtung ist dieselbe.
Also braucht das Blog Inhalte (Nachrichten). Im Qype Blog erwarte ich Infos (Neues, Lustiges, Unterhaltsames) primär zu Qype und nicht etwa zum Wasserstand im Hamburger Hafen. Wenn das Blog dann noch offen in Bezug auf Meinungsäußerungen ist und sich nicht nur sachlich und neutral wie die typische Pressemeldung gibt, wird es für den Leser interessant.
Klar, dass man da von einem jungen Startup etwas mehr an “Lockerheit” erwartet als bei einem großen Konzern. Aber auch hier ist die Richtung wieder dieselbe, oder?
Und schließlich die Frage der Verlinkung. Da habe ich ja schon selbst die Einschränkung gemacht, dass wenn man “Tagesschau” heißt, die Links nicht mehr ganz sooo wichtig sind.
Alles in allem könnte es schon passen. Euer Blog widerlegt mein Modell jedenfalls nicht, im Gegenteil. Oder habt Ihr hier zu wenig Leser bzw. zu wenig Kommentare? Ich denke nicht…