Bei uns im Office erntet Tastentom immer wieder neidische Blicke und großes Lob. Eigentlich wäre lesod gerne wie er: Lang, ausführlich schreiben können. Und das in allerbestem Deutsch. Kann sich so manch einer noch ‘ne Scheibe von abschneiden
Ich hingegen schäme mich noch immer, denn Tastentom hat mich als gegen-Baupfosten-rennende Tante kennengelernt, die stets und stolz mit dem Bierglas schwenkt. Na prima. Wir jedenfalls haben Tastentom als total netten, lustigen Typen kennengelernt, der echt mal Ahnung hat von dem was er schreibt.
Und ab dafür!
1. Wie bist Du zu Qype gekommen?
Weihnachten ist für mich eine grausame Zeit. Während meine Freunde unterm Weihnachtsbaum versuchen mit ungestümer Punsch-Motorik einen möglichst großen Teil der Familie mit Fett aus dem Caquelon einzudecken, frage ich mich, warum die Fernsehproduzenten mich jedes Jahr aufs Neue mit eingestaubten Repetitionen ärgern und ob mein Weinvorrat bis zum Ende der Feiertagszeit reicht.
In eben dieser Zeit vor einem Jahr, kurz vor dem Kollaps zwischen “Dirty Dancing”, Cabernet Sauvignon und “Saturday Night Fever”, entschloss ich mich der weihnachtlichen Monotonie ein Ende zu setzen und ging essen. Das Mei Moon korrelierte mit meiner kulturellen Weihnachts-Abstinenz und da mich das Essen so sehr an meine Kindheit erinnert hat und in Angst, dass Andere das teilweise hervorragende Essen hinter Neonröhren und Deutschen/Chinesen-Karten nicht erkennen würden, beschloss ich wieder daheim etwas Erläuterndes dazu zu schreiben.
Aus reinem Spaß an der Freude legte ich noch zwei Rezensionen zum besten und schlechtesten Restauranterlebnis bis dato nach. Nach einem Restaurantbesuch nämlich lag ich damals mit einer Lebensmittelvergiftung brach- absolut uncool, wenn man das erst in einem Club auf dem Kiez bemerkt und dann nicht mehr weiß, wie man trocken nach Hause kommt. Nach einem Besuch im Le Sud hingegen hätte ich am Liebsten solange mit dem Zähneputzen gewartet bis der Geschmack von Karius und Baktus die letzte gustatorische Erinnerung an ein großartiges Essen getilgt hätte.
Ich dachte, das wäre es gewesen und Gott sei dank (ja, buchstäblich) ist die Weihnachtsfeierei auch nach einigen Tagen vorüber, als ich plötzlich bemerkte, dass meine paar Beiträge auf unverhofften Anklang stießen. PJebsen ermutigte mich seinerzeit dazu weiterhin zu schreiben und lud mich auf eine Qype City Night im Golden ein. Nach nur sechs Beiträgen saß ich dann in einer Gruppe unterschiedlichster User, die sich dem gemeinsamen Ziel des Genusses hingegeben hatten zusammen am Tisch. Die Faszination des Essens, die mich immer wieder in neue Restaurants treibt, die meine krüsche Freundin und viele eher Fast Food-orientierte Freunde nicht verstehen können, spiegelte sich in den Augen der Qyper wieder. Seitdem bin ich relativ regelmäßig auf Qype City Nights und gerade durch den persönlichen Kontakt im “real life” interessiert es mich umso mehr, was bestimmte Qyper zu einem Restaurant zu sagen haben, weil ich ihre Meinung aufgrund der gemeinsamen Passion schätze und gerade mit denen meine Meinungen und Ansichten teilen möchte.
2. Was bedeutet Dein Benutzername?
Während meiner Schul-und Studienzeit habe ich meine ausschweifenden Eskapaden öfters mit Auftritten und Engagements am Klavier finanziert. So konnte man mir eine Zeit lang in verschiedenen großen Hotels und auf verschiedenen Events als Barpianist lauschen, immer darauf bedacht das Repertoire so gewählt zu haben, dass es erst auffällt, dass ich da gewesen bin, wenn meine letzten Töne schon verstummt sind.
Das klappte mal mehr, mal weniger gut – das größte Kompliment war bis jetzt die Weigerung mir ein Getränk zukommen zu lassen, da man mich nicht am Klavier gesehen habe, die Existenz eines Klaviers gar verneinen würde und im Gegensatz dazu eine wildgewordene Gruppe Granny-Groupies, die mit Standing Ovations und Sprechchören das eigentliche Spendensammeln zu wohltätigen Zwecken des Lion’s Clubs völlig in den Hintergrund treten ließ und den Moderator peinlich stottern ließ.
Zu meinem achtzehnten Geburtstag schenkten mir meine Freunde dann ein T-Shirt auf dem vorn “tastentom” und seitdem ist diese Alliteration das alter ego, das ich im Internet benutze, wenn ich am Nähesten an meinem “wahren Ich” agieren möchte.
3. Was gefällt Dir an Qype besonders gut?
An Qype fasziniert mich besonders die Tatsache, dass User unterschiedlicher Couleur und unterschiedlichsten Alters durch das Essen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Es ist immer wieder interessant für mich zu lesen, wie sehr Meinungen differieren können, auch wenn man bei einer Qype City Night vom selben Teller gegessen hat. Die kollektive Intelligenz, die dabei freigesetzt wird, lasse ich immer wieder gerne meine Entscheidungen im Alltag beeinflussen und gerade sogenannte Geheimtipps zu Lokalen, haben mich schon des Öfteren zu “Aha”-Erlebnissen kommen lassen, die ich bei einem normalen Hungerstreifzug nicht hätte in Erfahrung bringen können.
4. Was nervt Dich am meisten?
Ich störe mich weniger an Einzeilern, als an Usern, die in faschistoider Art und Weise anderen Usern ihre einzig wahre Meinung aufdrücken wollen. Die Schreiber der Einzeiler wissen es meist nicht besser. Die Schreiber, die offensichtliche Ego-Defizite mit selbstherrlicher Arroganz zu kompensieren versuchen, ekeln mich in ihrer Überheblichkeit an.
Insbesondere meine ich damit beispielsweise italienische Restaurantbesitzer, die sämtliche italienischen Restaurants in der Umgebung mit Ein-Stern-Bewertungen versehen und andere Speisen, als die eigenen verachten; Otakus, die ihre sämtliche Energie darauf verwenden User, die bestimmte Plätze als gut bewertet haben, zu difammieren und letztendlich Restaurantbesitzer, die es offenbar nötig haben sich mit dutzenden von offensichtlich substanzlosen Accounts einen scheinbaren Vorteil zu erschleichen. Dass gegen Letztere seitens Qype nicht strenger vorgegangen wird, empfinde ich als schade, untergraben gerade solche User doch die Glaubwürdigkeit des gesamten Portals.
5. Was ist dein Lieblingsplatz?
Das ist so einfach wie langweilig zu beantworten. Mein Lieblingsplatz ist zwischen meinen beiden Mädels auf der heimischen Couch.
6. Welche Frage wolltest Du schon immer mal gestellt bekommen?
“Schatz, bist Du sicher, dass Du schon genug getrunken hast? Soll ich Dir noch ein Bier holen?”