Archiv für die 'Unternehmervibes' Kategorie

Startups, die ich mag…Dawanda

5.02.2007 von Stephan Uhrenbacher

Am liebsten würde ich ja gerne meine eigene “Gründerszene” machen, aber dafür fehlt mir die Zeit. Also mal zwischendurch: Dawanda.
www.dawanda.com ist so eine Art Gegen-Ebay. Während bei Ebay das Search-Prinzip dominiert, setzt Dawanda auf “Discovery”. Man kann z.B. etwas rotes, oder kuscheliges entdecken. Es gibt auch ein US-Unternehmen, das so ähnlich arbeitet, etsy.com, aber Dawanda hat nicht wirklich abgekupfert.

Die Gründer sind Michael Pütz und Claudia Helming. Michael hat vor langer Zeit mal Passado gegründet, Claudia habe ich ‘99 bei lastminute.com kennen gelernt, seitdem war sie in London und Moskau für Passado und sonstwo für andere Dinge.

Das Ganze ist erfreulich unkommerziell, die angebotenen Waren kommen nicht aus China und es ist einfach nett. Ich glaube sogar, dass es irgendwann Geld verdienen wird…

It’s the community, stupid!

23.01.2007 von Stephan Uhrenbacher

(why did I use this headline: see wikipedia on Clinton’s 1992 campaign)

Yesterday, at the super-hip Digital Life Design conference in Munich, many already treated us as one of the big startups, as one of those who made it. This is too early.

However, traffic numbers for Qype are now very visible on Alexa, as well as the x-factor, which becomes visible once you visit the site. We managed to achieve this in Germany not by running parties, but by some other secret recipe which helped us achieve reviews in more than 2000 cities and a very lively community in more than 10.

One question that came from every other VC at DLD is: “what do you make of insiderpages and of Judysbook?”. Everybody reads techcrunch, and as Insiderpages have ented the “dead pool”, this obviously raised some eyebrows.

For those who have not been following this: In the US, Yelp is the only company to get any traction in “our space”, and they do an amazingly good job around physical local communities which was very visible since their start. In contrast, Insiderpages, funded by Sequoia and idealabs, was from the start a “yellow pages plus reviews” site, with clever design, but nevertheless, it still is “just a yellow pages service”. They bought reviews, giving people gas vouchers worth one dollar per review and redid the site quite often.

When we tested an alpha version for Qype in January 2006, we quickly discovered that people are not interested in yellow pages and business listings. People are interested in other people. We hence binned the whole site and started building something that focuses on the people active on the site, our authors. We also discovered that users did not like the traditional categories yellow pages offer (we also did not have the money to buy a yellow pages catalogue), and we were the first site to adopt tagging for local reviews. Despite the disadvantages, we still think that this was a good move. . Also, from the very beginning, I could not think of a model that works when you have to pay users. Not because you can not afford it, but because you will attract the content that you don’t want to have on the site: Not first hand experience, but just “generated content”. We rather focus on those who like what we offer them: A great forum, visibility, a great user experience.

In Germany, we originally had 7 companies competing with us, and the most important (well funded) one has all but withdrawn from the market after failing to get any traction. They had built a great yellow pages + review tool. Now in an admirably quick move they followed Judysbook’s move towards a “user powered shopping portal” and started dealjaeger.de

Sven, one of the founders, and myself agreed yesterday:

It was right to focus on the community and not on yellow pages.

And we (Qype) will continue to do so.

In the end this may mean that we will not have as many reviews for dentists, financial advisers, or other areas as yellow pages guys like to see on their site. In the end, Qype may remain just a platform for what people like or don’t like in their neighbourhood. Great!

In one of my next posts I will try and follow a new tradition and explain what works for us and what doesn’t.


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Kostenlose Werbung für Unternehmen…

17.01.2007 von Stephan Uhrenbacher

Das ist das Angebot, was es seit Bestehen von Qype gibt. Wurde auch schon vom Brancheninformationsdienst “Simplify your Business” empfohlen.

Erstaunlich ist für mich immer wieder, wie unterschiedlich die Unternehmen diese Möglichkeit nutzen. Manch einem fällt da nicht viel mehr ein als “Einfach mal vorbeischauen”. Traurig irgendwie, wenn man nicht mehr zum eigenen Unternehmen sagen kann.

Besser macht es zum Beispiel das Cafe Berio in Berlin. Die Bewertungen sind oft nur durchschnittlich (ich mag es trotzdem), aber die Selbstdarstellung zieht das ganz gut wieder hoch.

Was man aus der Selbstdarstellung machen kann, zeigt “Pleasure Point” in Hannover. Hier werden die Vorzüge des Unternehmens sehr exakt und Zielgruppengerecht aufbearbeitet. Diskreter Eingang über die Versicherung.

Wir haben uns fantastisch amüsiert beim lesen, aber wir sind sicher: Es wirkt.

24 Stunden Shopping in Berlin…

20.11.2006 von Stephan Uhrenbacher

irgendwie war ja alles vorhersehbar. Verdi erwägt Verfassungsklage wegen Untergang des Abendlandes. NRW und Hamburg werden nachziehen und demnächst ebenfalls den Ladenschluss fallen lassen. Und in den Medien gibt es ausschliesslich das übliche Bildmaterial vom Kulturkaufhaus Dussmann, das sich bislang sowieso schon wenig um die Ladenöffnungszeiten geschert hat. Bin mal gespannt, ob irgendwann auf Qype das eine oder andere echte 24 Stunden-Erlebnis auftaucht.


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Umgezogen…

10.11.2006 von Stephan Uhrenbacher

Kisten packen, zum Startup-Leben gehört es dazu: Qype ist jetzt nicht mehr am Gänsemarkt. Schrittweise haben wir erst einen, dann zwei, dann drei, dann vier, dann fünf Räume hier in den Hohen Bleichen bezogen. Gottseidank immer noch nur einen Steinwurf vom Gänsemarkt entfernt, sind wir in ein nettes Kontorhaus gezogen. Der Fahrstuhl stammt aus dem Jahr 1921, wohl auch das Haus. Vergrößert haben wir uns von 45 auf 130 Quadratmeter. So kann man endlich mal eine Besprechung machen, ohne jedes Mal die Stimme senken zu müssen.

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Ein Plädoyer für den Standort Hamburg: Im Umkreis von 300 Metern um unseren neuen Standort finden wir: Google Deutschland, OpenBC und epublica. Ein paar Kilometer weiter sitzt AOL-Deutschland, von den wir gerade Jan Krutisch abgeworben haben. Die Mieten sind in diesem Altbau hier vergleichsweise moderat: So lange man keine riesigen Flächen braucht, kann man sich in Hamburg auch die Innenstadt-Lage leisten, billiger als München,
teurer als Berlin. Wenn wir da hin müssen, dann geht das per Bahn jetzt in anderthalb Stunden. Also ungefähr so lange, wie von der Friedrichsstrasse nach Charlottenburg zur Rush-Hour.

Also: Wir sind gerne in Hamburg und gerne im neuen Büro.

Qype auf netzstimmen.de

30.10.2006 von Stephan Uhrenbacher

Oliver Gassner hatte mich ja über Skype interviewt, das Ergebnis ist gerade auf Netzstimmen.de erschienen. Erfahrung: Man (lies ich) erzählt schon mehr per Skype. Und da Oliver ja kein Problem mit “Seitenplatz” hat, kürzt er dann auch nicht. Also wird das Ganze einen Nummer ausführlicher als sonst. Man merkt, dass Oliver Journalist ist.

Niemand nutzt die ARD im Netz.

14.09.2006 von Stephan Uhrenbacher

Unsere freundlichen Politiker klopfen sich auf die Schulter, weil es “nur” 66 Euro Jahresgebühr anstatt der ursprünglich geplanten 204 Euro werden sollen. Aber anscheinend traut sich keiner, diesen absoluten Unsinn noch zu stoppen.

An der ganzen Diskussion wird eines bislang übersehen: Die klassischen Medien, dazu zählen auch Radio und TV, verlieren Nutzer ans Internet. Ich kenne niemanden, der im Netz ernsthaft auf die Idee käme, ARD, ZDF oder auch RTL zu sehen, oder auch nur SWR3 zu hören. Wenn ich eine Netzverbindung habe, dann bin ich in Zukunft doch schon lange bei Youtube und bei den Internet-Radio-Sendern und PodCasts.

Und so schaffen ARD und ZDF eines, was allen anderen Verlagen und Fernsehsendern großes Kopfzerbechen macht: Sicherung der Existienzgrundlage im Zeitalter der Nutzer, die frei zwischen kostenlosen Angeboten wählen können.

Und nun diskutieren wir nun allen ernstes schon wieder über eine Erhöhung von Gebühren, (die letzte war im April von 193 auf 204 Euro im Jahr fürs Fernsehen) , anstatt darüber zu sprechen, ob wir im Zeitalter einer sich verschiebenden Mediennutzung die Gebühr nicht einmal ernsthaft zu senken.

In Deutschland besteht eine immense volkswirtschaftlichen Belastung durch ein überdimensionierte öffentliche Grundversorgung im TV. Nota Bene: Ich finde es toll, dass es die Tagesthemen und die Sendung mit der Maus gibt. Wirklich. Auch ohne Wickert. Ich zahle auch gern für Arte mit. Aber bereits 2003 haben ARD und ZDF gemeinsam ungefähr 6,5 Mrd. Euro aus Gebühren eingenommen, dann kamen noch ein paar Erhöhungen und jetzt nochmal 330 Mio aus diesem Raubzug. Und produzieren ein Programm, das sich in der Qualität nur in Teilbereichen von demjenigen der Privaten unterscheidet.


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Real world issues…

5.09.2006 von Stephan Uhrenbacher

So ist es halt,wenn man spart:
Wir haben unser Mini-Büro im selben
Haus wie OpenBC gemietet.
Super günstig.

Aber vor allem
Anfang der Woche,wenn auch alle
freien Mitstreiter da sind, echt eng.
Jetzt gibt es draußen
noch den Presslufthammer vom Abriss des UFA-Gebäudes.
Zeit, was zu ändern.

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Zyklische Märkte

4.09.2006 von Stephan Uhrenbacher

Bei den Aktienmärkten und den Hype-Themen weiß man nie genau, wo man gerade ist:

Noch im Aufschwung, am Peak, oder schon dahinter? Auch diesmal weiß ich es nicht genau. Meist hilft eine Analyse der Medien (wenn der Trend erst in der Masse angekommen ist, dann ist er schon vorbei).

Der Web 2.0 Hype ist in den Print-Medien so langsam in der Breite angekommen, allerdings ist das irreführend, denn die Medien sind ja die meist-betroffenen und Journalisten hier besonders engagiert.

Als Kaum-Fernsehkonsumenten ist mir auch auffällig wenig Web 2.0 Berichterstattung im TV aufgefallen. Möglicherweise weil die am meisten Konkurrenz durch Youtube und Co. erfahren. Vielleicht aber auch, weil Otto-Normalkonsument auch noch nicht so recht für das Thema anfällig ist.

Ingesamt glaube ich sowieso, dass wir die echten Auswirkungen des “read/write web”, also den Menschen der auch produziert, erst in drei bis fünf Jahren sehen werden. Einfach weil doch extrem wenige produzieren. Die Entwicklung wird ähnlich laufen wie beim eCommerce: erst wird es wichtiger genommen, als es ist (eCommerce 99), dann erstmal gründlich ignoriert (eCommerce 2001) und dann sind alle ganz überrascht von der Nachhaltigkeit der Entwicklung (eCommerce 2005).


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Staatlich subventionierte Internet-Entwicklung?

1.08.2006 von Stephan Uhrenbacher

Gestern fordert der von mir sehr geschätzte Christoph Mohn in der zum familieneigenen Konzern gehörenden (und von mir ebenfalls sehr geschätzten) Financial Times Deutschland einen “Airbus” für das Internet und lobt die französisch-deutsche Kooperation Quaero (ich habe den Link übrigens über Google gefunden, da quaero.fr nicht funktioniert und quaero.com wohl was anderes ist). Beim kurzen drüberlesen stellt sich raus, dass Lycos die Entwicklungsleitung für Quaero hat. Und schnelle Unternehmen wie Siemens, Thomson, die Dt. Telekom und die mit selbiger ja innig befreundete France Telecom arbeiten an dem Projekt. Quaero soll laut FTD mit 1.7 Mrd Euro subventioniert sein.

Christoph Mohn hat Recht, wenn er meint, dass das Thema Suchmaschinen strategisch sehr wichtig ist und dass sich sämtliche großen in den USA befinden. (Mehr dazu, wenn ich endlich John Battelle’s the Search fertig gelesen habe.)

Aber: Auch wenn Airbus nach 25 Jahren ganz gut dasteht, wenn man die ewig Deutsch-Französichen Querelen mal vergisst: Ich glaube nicht an Milliardensubventionen und Koproduktionen mit zig beteiligten verfeindeten Firmen. Das kann in einem Markt, in dem man wirklich sofort Milliardeninvestionen, die kein Land oder Unternehmen allein stemmen kann, noch ansatzweise sinnvoll sein. Aber doch nicht bei Suchmaschinen. Fireball (ich durfte den Namen erfinden) wurde mal mit 5 Leuten gestartet. Gut, man hat nicht alles selber gemacht, aber immerhin.
Die Gefahr für Google kommt denn auch viel eher von Technorati und ähnlichen. Das ist eine Suchmaschine die automatisch verständigt wird, wenn sich etwas ändert. Und dieses Prinzip ist dem nachträglichen “Spidern” von Websites, wie es Google macht, ersteinmal vom Konzept her überlegen. Nur leider ist Technorati schon wieder ein amerikanisches Startup. Und schon am Markt. Und es hätte nie funktioniert, wenn jemand mit Miliarden danach geschmissen hätte.

Ich schreibe das nicht aus einer Position der Überheblichkeit. Qype arbeitet nach wie vor sehr low budget - allerdings wurden wir letzte Woche immerhin schon mal im Red Herring zitiert. Ich weiss auch, dass man Geld braucht, bis man etwas zur Marktreife entwickelt hat und Umsätze damit erzielt. Aber lasst das den Markt machen und nicht die Steuerzahler.

Was kann man von idealo lernen?

28.07.2006 von Stephan Uhrenbacher

Gerade wurde idealo von Martin Sinner an Springer verkauft. Ein eleganter Deal, denn bei den Gründern bleibt eine Sperr-Minorität.
Ob der Deal für Springer so toll ist, sei dahingestellt, denn das Kapital von idealo ist das Know How in der Produktdatenbank und der Suchmaschinenoptimierung.
Aber zumindest investiert Springer kein Geld in eine aufgebaute Marke, denn im Gegensatz zu guenstiger.de ist idealo weitgehend unbekannt und dem kann Bildealo ja schnell abhelfen.

Martin ist einer derjenigen, die in der Ursprungsblase viel verkauft und dann massiv auf die Mütze bekommen haben.
Wir sind nicht befreundet, aber ich habe riesigen Respekt vor Martin. Ich habe ihn 2001 kennen gelernt. Damals hat er fast alles selber gemacht.
Er kennt jeden Händler und jedes Detail bei Google. Und er hat Ausdauer. Kosten im Griff, programmiert schon immer in Rumänien.
So um die sechs Jahre Arbeit stecken in Idealo.
Und idealo hat im Wettbewerb mit vielen großen (Kelkoo, Pangora) lange durchgehalten. Der Zeitpunkt des Verkaufs scheint nachvollziehbar.
Chapeau. Für mich ist das eine sehr reelle Story.
Sie steht im krassen Gegensatz zur Web 2.0 Hoffnung vieler.
Die lautet: Wir arbeiten drei Monate auf eigene Rechnung und verkaufen das Ganze dann für 10 Millionen an Google.
Es mag Beispiele geben, bei denen das klappt. Aber die Realität ist doch in der Regel lange und echte Arbeit.

Mal was anderes: Business Angels.

16.06.2006 von Stephan Uhrenbacher

Qype ist über Business Angels finanziert, und da mich mittlerweile viele Menschen zu dem Thema fragen, hier etwas mehr dazu.
Ich arbeite jetzt seit über 10 Jahren im Internet- Umfeld und erst in den letzten 18 Monaten habe ich ansatzweise verstanden, wie die Finanzierung eines potentiellen Wachstumsunternehmens funktioniert. Warum so spät? Während in den Wirtschaftsgazetten viel über Basel II und KfW zu lesen ist, ist es selten, dass man wirklich etwas Wahres über Business Angels und Venture Capital liest.

Fakt ist: Man bekommt einfach keinen Bankkredit wenn man nur eine Idee hat.
Wirklich nicht. Niemals. Überhaupt gar nicht.

Venture Capital Firmen sind dagegen häufig erst interessiert, wenn sie einige Millionen in ein Unternehmen stecken können, um dann einige zig Millionen draus zu machen. Das ist aber für Startup Unternehmen am Anfang überhaupt nicht notwendig – wir haben 1999 gesehen, was passiert, wenn VCs mit Geld nach Leuten werfen. Originalzitat eines VCs zu Qype: „Machen Sie Ihren Plan so groß, dass wir Ihnen 5 Millionen geben können“.

Wenn man Glück hat findet man dann jemanden, der in diese Lücke springt. Ein Business Angel ist eine – meist nicht unvermögende – Privatperson, die einem Gründer oder jungen Unternehmen hilft: Mit Rat und mit Kapital. Angels investieren in gute Ideen und in Menschen. Sie müssen sich nicht innerhalb ihrer Organisation rückversichern und entscheiden schnell. Am Schluss sind die meisten Entscheidungen sowieso Bauchentscheidungen. Die guten Angels stehen dazu.

Nachteile? Klar. Der Angel ist am Unternehmen halt beteiligt. Er ist genauso mit im Risiko, wie die Gründer. Es gibt einen Vertrag, nachdem er Rechte hat, die durchaus weit gehen Drag along-Rechte zum Beispiel, d.h. der Investor kann einen Verkauf des Unternehmens ab einem bestimmten Erlös erzwingen. Aber, mein Gott: Er hat auch sein Geld drin. Bei der in Deutschland üblichen Rechtsform GmbH kann jeder Gesellschafter auch blockieren, und das ist durchaus schon vorgekommen.

Wie findet man Business Angels? Oft reicht es, einen Angel Investor zu finden: Die Angels sind untereinander so gut vernetzt, dass sie sich dann gegenseitig auch wieder dazuholen. Erste Anlaufadressen im deutschsprachigen Raum sind brains to ventures in St. Gallen und Catcap in Hamburg. Beide wählen mehr oder weniger institutionalisiert alle 6 bis 8 Wochen aus den eingehenden Business Plänen diejenigen aus, die sie ihren Angels präsentieren wollen.


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Web 2.0 - Bubble 2.0?

12.05.2006 von Stephan Uhrenbacher

Einige Beobachtungen zum gestrigen SinnerSchrader web 2.0 Event.

Das Publikum war eigentlich weniger Web 2.0 als vielmehr Anzug und Krawatte. Springer, Gruner + Jahr, Holtzbrinck, WAZ, Gelbe Seiten habe ich gesehen. VCs waren einige da. Presse war viel da: FTD, Spiegel, Welt, Handelsblatt um nur einige zu nennen. Einige Elite-Blogger auch, aber ohne Krawatte.

bubble20.jpgLukasz Gadowski von spreadshirt.net hat dann gleich “bubble 2.0″ Buttons verteilt. Ich weiß nicht so recht. Für die Bubble fehlen mir die Vielzahl gründungswilliger Unternehmer oder Web 2.0 Unternehmen. Aus Deutschland habe ich außer Qype gesehen: Die deutschen Web 2.0 Klassiker: Plazes, OpenBC; dann waren da noch sevenload (sehr nette Mischung aus flickr und youtube), oneview (kommen bald mit 2.0) und mabber. Ansonsten habe ich noch nicht so viel gesehen. Bis auf OpenBC sind wir bislang noch sehr klein. QYPE ist von allen der kleinste, wir sind gerade seit zwei Wochen live. Interessant: Alle mir präsenten Web 2.0 Startups werden von Leuten gemacht, die schon mindestens 8 Jahre lang Internet machen. Alles schon mal dagewesen also. Und: Alle waren sehr entspannt.

Weniger entspannt sind auf der Veranstaltung und auch sonst in den letzten Wochen die Großen: Gruner + Jahr gründet mit 8 Jahren Verspätung einen Venture-Arm. Der Yahoo-Geschäftsführer lobte Yahoo als Web 2.0 schon von Anfang an, konnte aber auch nur die Zukäufe der letzten Monate (Flickr, Del.icio.us) als Belege zitieren. AOL Europa steht zum Verkauf, aber auf Mallorca gab es wohl einen schönen Web 2.0 Event und der Deutschland-Chef bloggt. Bei Springer philosophiert Matthias Döpfner über die Führungsrolle der Zeitung.In der aktuellen Ausgabe von Horizont wird Qype relativ groß vorgestellt, worüber wir natürlich glücklich sind. Weniger glücklich bin ich mit einem Zitat das mir zugeschrieben wird: “Die Massenmedien werden von den partizipativen Medien abgelöst.” Ich hatte nämlichen nur über einen Beitrag aus dem Economist gebloggt. Ich mag sowas nicht behaupten. Ob der Economist Recht hat, weiß ich nicht. Schließlich lag er auch beim Ölpreis daneben. (Zumindest akzeptiere ich die Führungsrolle des Economist eher als die von Bild).
Ich glaube: Wenn es eine Web 2.0 Bubble gibt oder geben wird, dann wird diese diesmal von den etablierten Playern ausgelöst. Die meisten Startups die ich so sehe, machen das vorerst mit wenig Geld und ein bischen Angel-Finanzierung. Bei den Verlagen usw. scheint man dagegen sehr bereit zu sein, Geld in die Hand zu nehmen.
Gut für SinnerSchrader.

Meint Ihr da alles ernst? - Getting Real!

19.04.2006 von Stephan Uhrenbacher

Ein alter Freund (und Inhaber einer der guten Internet-Agenturen) fragte mich am Wochenende, ob ich das wirklich ernst meine mit Management 2.0 und so weiter. Wir hatten uns 6 Monate nicht gesehen und er fragte sich, ob wir hier einfach nur gute PR machen.

Allein die Frage hat mich schon etwas schockiert. Aber ist natürlich eine Steilvorlage für einen Blog-Eintrag.

  • Fakt: Ich glaube tatsächlich an vieles, was momentan unter Web 2.0 zusammengefasst wird.
  • Fakt ist auch: Den Begriff Web 2.0 werden wir alle in 6 Monaten nicht mehr hören können.

Trotzdem stelle ich mich hin und behaupte, dass da im Moment vieles richtig läuft was Bestand haben wird. Wer das verstehen will, sollte tatsächlich 19 US$ investieren und Getting Real herunterladen, das Buch der 37signals. (Das sind die Leute, die Ruby on Rails entwickelt haben).

Ich habe wahrscheinlich wirklich schon fast alles gesehen, was in Internet-Unternehmen funktioniert und vor allem, was nicht. Getting Real fasst ganz vieles zusammen, was funktioniert. Wenig davon ist neu. Aber in der Zusammenstellung absolut.

Woran ich glaube:

  • Eine einheitliche Organisation mit einem Ziel
  • Reduktion auf des Wesentliche
  • Ein klares Feindbild (hat Guy Kawasaki schon 1991in Selling the Dream gepredigt)
  • Kleine Teams von Experten anstatt große Teams von Neulingen
  • Am Prototypen arbeiten (so haben wir GEO Explorer 1996 entwickelt: Prototypen bauen, absegnen lassen, live stellen)
  • Keine Spezifikationen. Sondern am lebenden Objekt arbeiten.
  • Klare Prioritäten
  • Die Nutzer von Anfang an einbeziehen
  • Word of Mouth Marketing
  • Echte Sprache für echte Menschen (da ist viel von Cluetrain drin)

Ich könnte stundenlang von den Organisationen erzählen, die das in den letzten 8 Jahren falsch gemacht haben. Die erstickt sind an Hierarchien und Spezifikationen.

Schön, dass jetzt mal zusammengefasst wurde, was richtig ist. In fast jedem Kapital von Getting Real kann man sagen: Yes, Yes, Yes. Und das wird auch bleiben, wenn “Web 2.0″ als Floskel durch ist.

Management 2.0

11.04.2006 von Stephan Uhrenbacher

Das größte Kompliment, das ich kürzliche bekommen habe, war innerhalb unseres Teams: Hey, wir machen hier wirklich Management 2.0. Unbedingt bei Kathy Sierra nachlesen: Management 2.0. Wir probieren das tatsächlich. No job titles.

Warum darf man wieder Startup sagen?

17.03.2006 von Stephan Uhrenbacher

Mir ist während der Berichterstattung über uns aufgefallen: Während “dot.com” zu Recht ein echtes Schimpfwort geblieben ist, ist es wieder in Ordnung, “Startup” zu sagen. Wir haben bewußt Startup Atmosphäre gewählt. Und nachdem mich nun einige Leute auf das Thema “Startup” angesprochen haben, hier mal, warum wir gerne Startup sind.

1. Design
Corporate:
“Wir beauftragen mal eine Agentur, die setzen das um”.
Startup: Einen Meter entfernt von mir steht Benjamin an seinem Pult und macht die Grafik live in HTML. Nicht auf Papier, das irgendwann jemand “freigeben” muss. Wenn er fertig ist, zeigt er es rum, und wenn wir es gut finden, checkt er es ein und es ist live.

2. Entwicklung
Corporate: “Wenn Sie einen Change-Request machen, dann geben wir das ins Projektmanagement”.
Startup:
Zwei Meter entfernt sitzen Tammo, Frank, Jochen und Thorsten und entwickeln. Wir brauchen dazu keine Change-Requests, sondern arbeiten mit Karten, die an der Wand hängen und abgehakt werden. Wenn jemand etwas nicht versteht, dann fragt er.

3. Konzept
Corporate:
Kunde konzipiert, Technik setzt um.
Startup: Techniker konzipieren auch.

4. Schwierige Entscheidungen
Corporate
: “Da müssen wir den Vorstand fragen”
Startup: Als im Januar Qype 1.0 fertig war und bei meinen Freunden nicht gut ankam, haben wir alles geändert: Das Konzept, die Grafik, die Technik. Innerhalb von 2 Tagen.

5. Büro
Corporate: 45 m2 für den middle-Manager plus Assistentin
Dotcom: 45 m2 für den Eingang zum Alu-Konferenzraum, der im 3 Stock schwebt
Startup: 45 m2 für 8 Leute

6. Kaffeemachine:
Corporate:
Automat mit dünner Plörre
DotCom: Jura, neu
Startup: Jura aus Involvenzverkauf

7. Geschäftführergehalt
Corporate:
x tausend Euro
Startup:
X durch 4 tausend Euro

8. Risiko:
Corporate: “Das hat noch keiner vorher gemacht - Wer hält den Kopf dafür hin, wenn es schief läuft? ”
Startup: “Das hat noch keiner vorher gemacht! SUPER!