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Pffft.

9.01.2008 von Stephan Uhrenbacher

Ich betätige mich ja in diesem Blog schon lange mit dem Dauer-Mantra: “Die Luft geht raus” aus der 2.0 Blase. Bislang war ich immer etwas früher, siehe “Es kippt“. Heute endlich ist diese Erkenntnis Mainstream geworden. Den besten Beitrag dazu habe ich bei Martin Weigert gefunden, der schön zusammenfasst, was gerade abgeht.

Die Leute, die den Dealflow, also die Anbahnung von VC-Finanzierungen genauer betrachten, sind ebenfalls pessimistisch. Habe heute mit Mark Miller von CatCap mittag gegessen. CatCap hat schon vielen Startups Kapital besorgt und auch uns geholfen. Mark zufolge haben anscheinend viele Startups versucht, vor Weihnachten die Finanzierung zu stemmen und das wohl nicht geschafft. Jetzt hoffen sie, dass im Winterschlussverkauf die Preise nicht allzu sehr purzeln.

Grundsätzlich zeichnet sich in vielen Kommentaren mittlerweile auch ein realistischer Umgang mit dieser Tatsache ab. Back to Normal sozusagen.

Nach wie vor bin ich übrigens überzeugt, dass gute Ideen und Teams auch Geld bekommen sollten und dies auch werden. Eben nur nicht mit “der 123ten Video-Plattform” um Martin Weigert zu zitieren.


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Es kippt.

12.11.2007 von Stephan Uhrenbacher

Der geneigte Leser möge bitte akzeptieren, dass ich das folgende ohne Häme sage: Die Web 2.0 Stimmung kippt.
Endlich. Die Spreu trennt sich vom Weizen. Die Blase wird zwar nicht platzen, aber die Luft entweicht langsam.

Ich habe mich öfters gefragt, wann das passiert und mich um mindestens ein Jahr verschätzt (ich dachte, es käme ein Jahr früher).

Aber für alle, die sich gerade von der 15 Mrd Dollar Bewertung von Facebook blenden lassen, meine kleine persönliche Liste der Gründe, warum die Stimmung gerade endgültig gekippt.
Erstens: Niemand hat die 15 Milliarden für Facebook wirklich bezahlt.

Zweitens: Es ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr möglich, für die Me-too Version des Me-toos, Geld einzusammeln.

Drittens: Gründerraum von Heute (lesenswert)

Viertens: Das heutige Interview mit Markus Englert in der FTD (der Mann der knapp 20 Mio für Myvideo bezahlt hat)

Fünftens: Die ersten Startups gehen wieder Pleite.

Sechstens: Ich kenne ungefähr zehn mal so viele erfolgreiche Web 2.0 Berater wie erfolgreiche Web 2.0 Unternehmer.

Diejenigen, die dort gewesen sind (wir waren es nicht), werden sich wohl an die Web2.0Expo in Berlin als Wendepunkt erinnern. (siehe Thomas Knüwer).

Es wird also schwieriger. Oder auch nicht? Vielleicht gar nicht so sehr. Niemand ist schliesslich geholfen, wenn er in der zwanzigsten Top-20 Liste der deutschen (eh quatsch) Web 2.0 (auch quatsch) Startups (das mag ich allerdings) auftaucht. Was bleibt, ist die Macht des Menschen als Senders von Information und nicht nur als Empfänger. Was geht, sind vielleicht die unzähligen Get-Rich-Quick Ansätze. Und die Berater können ungefähr noch 12 Monate lang damit rechnen, die Web 2.0 Konzepte aus dem BtoC Geschäft in die BtoB Welt umzusetzen - “wir machen jetzt auch Web 2.0 hier in der Großbank”.


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Verschätzt…

31.07.2007 von Stephan Uhrenbacher

hatte ich mich letztes Jahr mit meiner Prognose, dass die Web 2.0 Bubble bald platzt. Aber die Anzeichen häufen sich.

Erstens: Siehe Thomas Knüwer, dem die viele Dumm-Dreist-PR auffällt.

Zweitens: Die (für uns selbstverständlich nicht zutreffende) aber in ihrer Gesamtsicht durchaus nicht unrichtige Marktbetrachtung von Robert Basic, der feststellt, dass von dem ganzen Startup-Rummel nicht so viel bleibt.

Drittens: Sogar ich bin mittlerweile müde, die Anzahl der Neu-Startups noch zu verfolgen. Sorry, Jungs. Es gibt sicher viele gute Teams, aber es ist einfach zu viel.

Viertens glaube ich ganz sicher, dass die aktuelle Ernüchertung an den Kapitalmärkten (Kredit-Refinanzierung, Private Equity, Aktien) sich auch auf die Internet-Finanzierung durchschlagen wird. Wir werden sehen.

Warum ich trotzdem ruhig schlafen kann?

Weil ich vom nachhaltigen Sinn unseres Tuns überzeugt bin. Qype macht Sinn. Es war im Nachhinein richtig, stark auf die mühsahme, kleine Nische “Content” zu setzen. Beiträge, nicht Chat. Signal vor Noise. Nicht weil es das bessere Modell ist. Aber das andere Modell (reines Social Networking) ist einfach von zu vielen besetzt. Und das exzellent.

Wir sind zwar noch nicht profitabel. Aber wir haben stetig wachsende Umsätze und sind gut finanziert bis dahin.

Übrigens: Fehler machen wir genug. Erzähle ich auch gerne mal. Demnächst.


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Warum wir nicht mehr Web 2.0 sind - Next 07

4.05.2007 von Stephan Uhrenbacher

Gestern war die Next 07, Hamburg’s Pendant zum DLD…. Mit dem Taxi in die Speicherstadt zu kommen, ist so ein Problem. Deutschland’s größte Baustelle eben. Also kurz im Büro angerufen, ob man rausfinden kann, wie ich denn wohl zum “Kaispeicher B” komme. Fehlanzeige bei Google Maps, Treffer bei Qype (inkl. Google Map).

Ein Jahr ist es her, dass Lukasz Gadowski die Bubble 2.0 Buttons verteilt hat. Damals war ich in Sachen Bubble 2.0 noch skeptisch, aber alles ist eine Frage der Zeit. Jetzt ist es endgültig so. Zum letzten Mal habe ich Anfang 2000 so viele Menschen getroffen die alle noch aufspringen wollen. Lukasz meint dann auch (nach Turi aus der Internet-World zitiert) “Ich bin überzeugt, dass wir die Bubble 2.0 sehen. Exberater ohne Erfahrung gründen Unternehmen, die kaum gebraucht werden. Im Wochentakt gehen bei mir fünf bis zehn Businesspläne ein, darunter ist viel Müll, Vergleichbares oder Naheliegendes.” Stimmt.

Jeder ein Gründer. Grad kam der zehnte Twitter-Clone vorbei. Die einschlägigen Kapitalbesorger stöhnen unter Business Plänen für Social Networks. Wo sollen denn auch die Nutzer alle herkommen? Lukasz, der ja ganz vorne bei der Web 2.0 Welle mitgesegelt ist, ist mittlerweile ganz weit weg. Richtig so.

Qype wird sich darauf konzentrieren, das was wir machen, richtig und besser zu machen. Mittlerweile gibt es keine Fragen nach fehlenden Inhalten mehr, siehe oben. Aber mindestens drei Social Networks für lokale Suche sind am Start (es waren auch schon mal mehr). Nico Lumma, mit dem ich mich gut verstehe, hätte sein Shoppero (”Qype für Produkte”) wenigstens nicht grün machen müssen.

Qype ist nicht ist nicht mehr Web 2.0. Obwohl ich die Grundideen für absolut richtig halte. Ein Blogger beim Stern hält Qype auch pauschal für absurd, und gibt dabei zu, sich noch nicht einmal mit uns beschäftigt zu haben. Aber distanzieren wird wichtig werden. Ich denke noch nach, wie wir das machen.


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