Niemand nutzt die ARD im Netz.
14.09.2006 von Stephan UhrenbacherUnsere freundlichen Politiker klopfen sich auf die Schulter, weil es “nur” 66 Euro Jahresgebühr anstatt der ursprünglich geplanten 204 Euro werden sollen. Aber anscheinend traut sich keiner, diesen absoluten Unsinn noch zu stoppen.
An der ganzen Diskussion wird eines bislang übersehen: Die klassischen Medien, dazu zählen auch Radio und TV, verlieren Nutzer ans Internet. Ich kenne niemanden, der im Netz ernsthaft auf die Idee käme, ARD, ZDF oder auch RTL zu sehen, oder auch nur SWR3 zu hören. Wenn ich eine Netzverbindung habe, dann bin ich in Zukunft doch schon lange bei Youtube und bei den Internet-Radio-Sendern und PodCasts.
Und so schaffen ARD und ZDF eines, was allen anderen Verlagen und Fernsehsendern großes Kopfzerbechen macht: Sicherung der Existienzgrundlage im Zeitalter der Nutzer, die frei zwischen kostenlosen Angeboten wählen können.
Und nun diskutieren wir nun allen ernstes schon wieder über eine Erhöhung von Gebühren, (die letzte war im April von 193 auf 204 Euro im Jahr fürs Fernsehen) , anstatt darüber zu sprechen, ob wir im Zeitalter einer sich verschiebenden Mediennutzung die Gebühr nicht einmal ernsthaft zu senken.
In Deutschland besteht eine immense volkswirtschaftlichen Belastung durch ein überdimensionierte öffentliche Grundversorgung im TV. Nota Bene: Ich finde es toll, dass es die Tagesthemen und die Sendung mit der Maus gibt. Wirklich. Auch ohne Wickert. Ich zahle auch gern für Arte mit. Aber bereits 2003 haben ARD und ZDF gemeinsam ungefähr 6,5 Mrd. Euro aus Gebühren eingenommen, dann kamen noch ein paar Erhöhungen und jetzt nochmal 330 Mio aus diesem Raubzug. Und produzieren ein Programm, das sich in der Qualität nur in Teilbereichen von demjenigen der Privaten unterscheidet.
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