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Es kippt.

12.11.2007 von Stephan Uhrenbacher

Der geneigte Leser möge bitte akzeptieren, dass ich das folgende ohne Häme sage: Die Web 2.0 Stimmung kippt.
Endlich. Die Spreu trennt sich vom Weizen. Die Blase wird zwar nicht platzen, aber die Luft entweicht langsam.

Ich habe mich öfters gefragt, wann das passiert und mich um mindestens ein Jahr verschätzt (ich dachte, es käme ein Jahr früher).

Aber für alle, die sich gerade von der 15 Mrd Dollar Bewertung von Facebook blenden lassen, meine kleine persönliche Liste der Gründe, warum die Stimmung gerade endgültig gekippt.
Erstens: Niemand hat die 15 Milliarden für Facebook wirklich bezahlt.

Zweitens: Es ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr möglich, für die Me-too Version des Me-toos, Geld einzusammeln.

Drittens: Gründerraum von Heute (lesenswert)

Viertens: Das heutige Interview mit Markus Englert in der FTD (der Mann der knapp 20 Mio für Myvideo bezahlt hat)

Fünftens: Die ersten Startups gehen wieder Pleite.

Sechstens: Ich kenne ungefähr zehn mal so viele erfolgreiche Web 2.0 Berater wie erfolgreiche Web 2.0 Unternehmer.

Diejenigen, die dort gewesen sind (wir waren es nicht), werden sich wohl an die Web2.0Expo in Berlin als Wendepunkt erinnern. (siehe Thomas Knüwer).

Es wird also schwieriger. Oder auch nicht? Vielleicht gar nicht so sehr. Niemand ist schliesslich geholfen, wenn er in der zwanzigsten Top-20 Liste der deutschen (eh quatsch) Web 2.0 (auch quatsch) Startups (das mag ich allerdings) auftaucht. Was bleibt, ist die Macht des Menschen als Senders von Information und nicht nur als Empfänger. Was geht, sind vielleicht die unzähligen Get-Rich-Quick Ansätze. Und die Berater können ungefähr noch 12 Monate lang damit rechnen, die Web 2.0 Konzepte aus dem BtoC Geschäft in die BtoB Welt umzusetzen - “wir machen jetzt auch Web 2.0 hier in der Großbank”.


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